Wenig Profil: Polizei büsst Rollerfahrer

Die Wespen fliegen wieder

Verkaufsschlager Vespa

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Die italienischen Schönheiten in Indonesien

Gleich neben Borobudur, der weltbekannten, grössten buddhistischen Tempelanlage der Welt hat Wayan seine Garage. An mehreren Vespas schraubt er gleichzeitig herum, flick und verschönert sie. Eine davon ist ein Seitenwagen, natürlich selbst gebastelt. «2010 kamen tausende von Vespabesitzern aus ganz Indonesien hierher, um sich vor dem Borobudur zu versammeln», sagt Wayan stolz. Er hat das grosse Treffen damals organisiert.

Unzählige Vespas in Indonesien


Dass ein solches Treffen in Indonesien eine so grosse Anzahl an Vespa-Fans, Bastler und Nostalgiker anlockt, ist kein Zufall. Der Inselstaat ist reich an italienischen Schönheiten aus vergangenen Zeiten. Man erblickt sie in Hinterhöfen, auf Reisfeldern, im Stadtverkehr oder am Strand. Von top restauriert über knapp fahrtüchtig bis völlig verlottert, in jeden Zustand gibt’s die legendären Zweiräder. Die Menschen Indonesiens erzählen gerne über ihre Vehikel. Wayan weiss, dass viele Vespas früher vom Militär genutzt wurden und später von der Bevölkerung restauriert und als Alltagsgefährt genutzt werden. In Batu Karas, einem Surferort auf Java bestätigt ein Engländer, der lange in Indonesien gelebt hat, diese Theorie. Er fügt aber an: Für die holprigen und staubigen Strassen seien die Vespas aber weniger geeignet gewesen als erhofft. Und so hätte die Bevölkerung die Fahrzeuge für sich nutzen können.

Tatsache ist aber, dass es in Indonesien zwischen 1972 und 2001 eine Produktionsstätte für Vespas gab. Danmotor Vespa Indonesia (DMVI) war ein Joint Venture zwischen indonesischen und dänischen Firmen. 1976 wurden insgesamt 40‘000 Einheiten produziert und jeder dritte Scooter im Land war ein italienischer Traditionszweiräder.

«Ich verkaufe nicht!»


In Yogjakarta, der heimlichen Künstlerhauptstadt und Touristenmagnet der Insel Java wird der Vespakult besonders gelebt. Immer samstags treffen sich die verschiedenen Töfffahrer, Fixibiker, Offroader und natürlich Vespaliebhaber an einem bestimmten Ort, um gemeinsam ihre Leidenschaft zu teilen. «Nie im Leben würde ich meine Vespa verkaufen», antwortet einer der Vespa-Gruppe auf die Frage, wieviel denn sein Gefährt kosten würde. Es steckt viel Herzblut und Arbeit in seiner 70er-Jahre-Vespa.

Importieren ist sehr schwierig

Doch es ist nicht überall so. Wenn ein Schild mit «Dijual» an einer Vespa angebracht ist, dann steht diese zum Verkauf. Es kann schonmal vorkommen, dass weniger gut erhaltene Schmuckstücke für wenige Rupiah zu erstehen wären. Die Verlockung, eine indonesische Vespas mit in die Schweiz zu nehmen ist da natürlich gross und viele Europäer würden gerne ein solches Kultobjekt in der eigenen Garage stehen haben. Vor allem wenn man bedenkt, dass hierzulande bis zu 15‘000 Franken für eine restaurierte Italienerin bezahlt werden müssen. Wer unbedingt eine alte Vespa nach Hause nehmen will, der findet in Bali komplett restaurierte Exemplare. Für 3000 Franken erhält man dort ein Schmuckstück, welches hierzulande wohl mindestens das Dreifache kosten würde. Doch durch Transportgebühren und sonstigen Kosten wird aus dem vermeindlichen Schnäppchen schnell ein Alptraum. Denn es gibt keine Sicherheit, ob das Fahrzeug in der Schweiz je überhaupt eingelöst werden kann. Doch die auf Touristen spezialisierten Geschäfte versprechen alles. Und wer das Land bereist und sich umschaut, der weiss, dass 3000 Franken inIndonesien ein gigantischer Betrag ist.

Auf den Inseln Java, Sumatra, Bali oder Lombok sieht man auf alle Fälle unzählige Vespas. Spannend sind auch die Menschen, denn Vespafahren ist wie überall auf der Welt ein Lebensgefühl.
Artikel aus dem Blick 07.01.2012, Fotos M. Hofmann 

Vespa exklusiv

Quelle Blick am Abend vom 06.07.2011 Quelle Blick am Abend vom 06.07.2011

Vespa-Paradies auf Zanzibar

So schnell laufen Vespas

Autobahnpolizei Göttingen erwischt! Eines der «Blitz-Bilder», die nicht so schnell in Vergessenheit geraten.

 
Einen nicht ganz alltäglichen Geschwindigkeitsverstoss hatten am Beamte der Göttinger Autobahnpolizei zu ahnden, als sie auf der A 7 eine Tempomessung in der Baustelle in Höhe der Ausfahrt Göttingen-Nord durchführten.

Ein Roller mit italienischen Kennzeichen, reichlich Gepäck und einem kompletten Hirschgeweih vor dem Lenker (Foto) knatterte mit 86 statt erlaubter 60 km/h in Richtung Süden.

Beim anschliessenden Stopp war der Rollerfahrer erstaunt, dass sein Gefährt noch so schnell war, kommt er doch nach eigenen Angaben kaum aus dem Windschatten der Brummis heraus.

Bereitwillig und einsichtig zahlte der Italiener an die Ordnungshüter die geforderte Sicherheitsleistung von 90 Euro und gab an, vom Nordkap zu kommen und auf dem Heimweg nach Rom zu sein. Das Hirschgeweih habe er während der Urlaubsreise erstanden.

Beim Ausfüllen der Formulare zeigte der Mann grosses Verständnis für die polizeiliche Massnahme und gab dann etwas kleinlaut zu, dass er von Beruf Carabinieri sei und in Italien auch Tempomessungen durchführe, allerdings zu «anderen Preisen».

Nachdem der «Kollege» sein Geweih etwas ungefährlicher verstaut hatte, verabschiedete er sich mit Handschlag von den deutschen Beamten und knatterte gen Rom davon.